Täglich ein Bild

...der Photo-Blog

 
  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size
Home TEB Fototipps Tipp Nr.22: Regentropfen einfangen

Tipp Nr.22: Regentropfen einfangen

E-Mail Drucken PDF

Image
Ein verregneter Urlaubstag, ein Sommergewitter, die ersten Herbststürme... es gibt immer wieder Gelegenheiten einen Regentropfen einzufangen. Einen Regentropfen genau in dem Moment zu fotografieren, in dem er auf dem Boden aufschlägt ist vielleicht nicht die sinnvollste, in jedem Fall aber eine zeitraubende Aufgabe. Eigentlich benötigt man dazu nur 5 Dinge: Geduld, Geduld, Geduld, etwas Technik und nochmal Geduld. Die Geduld musst du selbst mitbringen, für die Technik kann dieser Artikel vielleicht ein wenig beitragen.


Tipp Nr. 22: Regentropfen einfangen

Wie üblich machen wir uns zunächst Gedanken ums Motiv...  (Goldene Regel 1) . Wir wollen einen Regentropfen in dem Moment erwischen, in dem er auf dem Untergrund aufschlägt und schön spritzt. Ausser dem Regentropfen ist der Untergrund das einzige nennenswerte Element in unserem Bild. Das Fensterbrett eignet sich vielleicht ganz gut, ist aber nicht schön. Besser sind ein Blatt eines Baumes, ein Blütenblatt oder andere "Natur-Dinge".

Bei der Motivwahl gibt es ein paar Beschränkungen... wie oben schon angedeutet, wird eine größere Anzahl von Versuchen notwendig sein, bis das Bild gelingt, daher sollte sich der Untergrund (z.B. das Blatt) in bequemer Fotografierhöhe, also etwa auf Augenhöhe befinden. Mit der Kamera im strömendem Regen zu stehen ist vielleicht auch nicht so angenehm, also wäre ein Plätzchen im Trockenen (z.B. unter einem Vordach) ganz geschickt. Wenn der Regen schon (fast) vorbei ist, wird es oft schon wieder etwas heller, was ebenfalls hilfreich ist.

Ideal ist eine Stelle, an der ein Tropfen mehr oder weniger regelmäßig von z.B. einer Regenrinne immer wieder auf die selbe Stelle tropft.

Um unseren Regentropfen ins richtige Licht zu rücken (Goldene Regel Nr. 2) sollten wir nah genug dran sein, um überwiegend den Regentropfen ins Bild zu bekommen, zudem sollte der Hintergrund nicht zu unruhig sein, im nicht unnötig abzulenken. Um den Tropfen zu betonen ist ein probates Mittel, die umliegenden Elemente in Unschärfe verschwinden zu lassen... Mehr dazu gleich.

Kommen wir zum technischen Teil. Um den Regentropfen in all seiner Pracht abzubilden brauchen wir eine Belichtungszeit von ca. 1/500 bis 1/1000 s (in oben dargestelltem Bild ist es 1/640). DIe Belichtungszeit sollte fest eingestellt werden. Ist dies bei Deiner Kamera nicht möglich wirst Du wenig Aussicht auf Erfolg haben. Für einen Regentag ist 1/640 Belichtungszeit schon relativ kurz, u.U. musst Du also die ISO-Zahl manuell erhöhen. Ein weiterer Effekt der kurzen Belichtungszeit ist, dass sie Kamerautomatik eine relativ weit geöffnete Blende wählen wird. Diese widerum hat eine geringe Tiefenschärfe zur Folge. Das ist zum Einen gewollt, um den Hintergrund verschwimmen zu lassen, zum anderen macht es das aber auch wieder schwieriger. Schon ein leichter Windstoss kann Tropfen und/oder Untergrund um ein paar Zentimeter verschieben, so dass das ganze Motiv in den Unschärfebereich rutscht. Pauschalregeln gibt es hier nicht, da hilft nur experimentieren.

Nachdem die Kamera nun eingestellt und auf das Motiv ausgerichtet ist (ein Stativ schadet nicht) fängt die Geduldsprüfung an. Jetzt heisst es warten, bis der Tropfen fällt und dann (am besten im Serienbildmodus) auszulösen, Bilder kontrollieren, warten, auslösen, kontrollieren, usw... Wer nicht gerade eine Highspeed-Kamera besitzt wird viele Entäuschungen erleben. Womit wir wieder am Anfang wären--- Geduld, Geduld, Geduld. Etwa 1% erfolgreich erwischte Tropfen sind schon eine ganz gute Ausbeute...

Image
Das Bild rechts ist ein typisches... es zeigt ein paar DInge, die gut gelaufen sind un ein paar, die weniger gut passen. Das Motiv passt, ein Blatt vor wenig störendem Hintergrund, zudem schön freigestellt (d.h. der Hintergrund ist unscharf). Der Auslösezeitpunkt hat ebenfalls gepasst. Wenn man genau hinsieht, erkennt man an einem der oberen Blätter noch das wegspritzende Wasser. Die Belichtungszeit ist - wie man an den Tropfen rechts unten erkennt auch korrekt. Die Tropfen verwischen nicht.
Leider hat sich (aufgrund eines Windstosses?) das Blatt nach hinten gedreht, der Aufprall ist fasst komplett verdeckt und in einen leichten Unschärfebereich gerückt.

Wie zu Beginn erwähnt, das einfangen eines Tropfens ist nicht unbedingt sinnvoll, das Ergebnis kann - muss aber nicht - spektakulär sein, insgesamt ist das Ganze aber eher als fotografische Übung zu verstehen. Es gibt im Fotografenleben häufiger Situationen in denen viel Geduld gefargt ist. Häufig genug gibt es dann aber nur einen kurzen Moment die Situation zu erfassen... Dann zahöt es sich mitunter aus, wenn man zuvor am stetig tropfendem Wasser geübt hat.

Keine Kommentare

Es gibt bisher noch keine Kommentare.

Kommentar schreiben

E-Mail (wird nicht veröffentlicht)
Name
Titel
Kommentar
Captcha Image Code neu generieren, falls er unlesbar sein sollte
 

Twitter

Ein eigenes Fotostudio für zu Hause? Erster Test auf Täglich ein Bild: http://tinyurl.com/yzexeya


Der Mond kann aus einer leidlich guten Nachtaufnahme ein faszinierendes Bild machen. http://tinyurl.com/yfzwcsw


Einen Regentropfen genau in dem Moment zu fotografieren, in dem er auf dem Boden aufschlägt... http://tinyurl.com/ybdfttg



powered by TweetXT!