Abstrakte Fotografie heißt in diesem Zusammenhang zunächst einmal: Das fotografierte Objekt soll spontan nicht wieder zu erkennen sein. Die Herausforderung besteht darin, geeignete Objekte zu identifizieren und sie dann mittels fotografischer Techniken so zu verfremden, dass selbst die Lebensgefährtin/der Lebensgefährte das Ursprungsobjekt nicht mehr erkennt.
Die obige Aufnahme zeigt einen Ausschnitt eines Blattes des Gummi-Baumes, der das Wohnzimmer ziert. Makro-Objektiv und weit geöffnete Blende führen zu einer relativ geringen Schärfentiefe, so dass eigentlich nur noch der Querschnitt des Blattes scharf ist. Die eigentliche Herausforderung war aber einen geeigneten Hintergrund zu finden. Letztendlich wurde der Blickwinkel so gewählt, dass im Hintergrund (in der Unschärfe verschwindend und ohne eingeschaltete Beleuchtung) die Tischdecke des Esszimmer-Tisches zu sehen ist.
Hier wurde ebenfalls wieder mit Makro und geringer Schärfentiefe gearbeitet. Durch nachträglich angepassten Weißabgleich wirkt das Motiv ziemlich kühl. Tatsächlich handelt es sich aber um ein ziemlich heißes Objekt: die Dampfdüsen des heimischen Bügeleisens.Wenn man mit offenen Augen durch die eigene Wohnung läuft, wird man eine Vielzahl möglicher Kandidaten für ein abstraktes Foto finden... und hervorragende Gelegenheiten verschiedene Fotografier-Techniken und gestalterische Mittel auszuprobieren.
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