Der Gelegenheitsfotograf setzt den Horizont häufig dahin wo er zunächst richtig erscheint - direkt in die Bildmitte. Von erfahrenen Fotografen ist dagegen häufig zu hören: "Ganz falsch, der Horizont muss nach dem goldenen Schnitt entweder im oberen oder im unteren Drittel liegen". Wie so häufig in der Fotografie gibt es auch hier keine allgemeingültige Vorgabe, sondern es hängt immer vom Motiv und der Stimmung, die ich ausdrücken möchte ab. In vielen Fällen sind Bilder aufregender bei denen der Horizont nicht mittig sondern näherungsweise etwa ein Drittel der Bildhöhe vom oberen oder unteren Bildrand entfernt.
Den Horizont auf die Drittel-Linie zu setzen ist sicherlich ein gutes Vorgehen für den Anfang. Nun stellt sich die Frage: oben oder unten? Die Antwort hängt stark davon ab, was es zu sehen gibt und welche Wirkung ich mit dem Bild erzielen möchte. Im obigen Beispiel gibt es recht interessante Wolkenformationen zu sehen, es spricht einiges dafür diese auf das Bild mit drauf zu nehmen, da das Bild dadurch wesentlich interessanter wird... Aber auch unruhiger. Wenn ich die ruhige Abendstimmung vermitteln möchte, wähle ich vielleicht lieber den unten zu sehenden Ansatz und bringe mehr Meer auf das Bild. Wie gesagt, die Drittel-Regel ist ein guter Anfang. Häufig lassen sich jedoch auch recht interessante Effekte erzielen, wenn man den Horizont extrem nach unten oder nach oben verschiebt und schliesslich gibt es auch regelmäßig Situationen in denen der Horizont mittig ausgerichtet werden kann oder sogar sollte, Spiegelungen sind ein typisches Beispiel, aber auch wenn sowohl der Vorder- als auch der Hintergrund interessante Strukturen aufweisen, wie links dargestellt.In den meisten Fällen sollte der Horizont gerade sein, auch das sollte nicht zum Dogma werden, wenn der Horiont aber gerade sein soll, sollte er exakt waagerecht sein. Eine kleine Abweichung bringt oft schon eine ungewollte Unruhe ins Bild. Glücklicherweise kann man Digitalbilder mit diversen Programmen (z.B. dem von mir bevorzugten Klassiker ACDSee) wirklich einfach gerade rücken, indem man die Horizontlinie nachzieht und quasi sagt "Du schiefer Horizont: Werde gerade".
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