
Um dies zu vermeiden hilft eine der einfachsten Regeln der Fotografie und doch wird sie so häufig vergessen: "Fotografiere formatfüllend!". Oder, man könnte es auch anders ausdrücken: Lass alles weg, was für die Bildaussage nicht notwendig ist.
Was heißt formatfüllend?
Die meisten Fotos haben das Ziel ein Objekt (Tante Erna), manchmal vielleicht zwei Objekte (Tante Erna vor ihrem Haus) abzubilden. Werden es mehr Objekte wird es schwierig ein harmonisches Bild hinzukriegen, doch dazu an anderer Stelle mehr. Wenn ich nun mein Motiv ausgewählt habe, hindert mich natürlich niemand daran von meinem aktuellen Standort aus ein Foto zu schießen, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch recht hoch, dass ich dann außer Tante Erna auch noch den halben Onkel Otto mit auf dem Bild habe und viel grauen Herbsthimmel. Ein paar Schritte auf Tante Erna zugegangen, vielleicht noch die Kamera ins Hochformat gedreht und schon habe ich außer Tante Erna kaum noch was auf dem Bild, was den späteren Betrachter von Tante Erna ablenken könnte.
Wie oben schon gesagt, alles was nicht zur Bildaussage beiträgt sollte möglichst eliminiert werden, alles was wichtig für die Bildaussage ist, muss entsprechend betont werden. Wenn ich jetzt also nicht mehr nur Tante Erna, sondern Tante Erna und ihr Haus fotografieren möchte, muss ich nicht nur dafür sorgen, dass das Haus nahezu den gesamten zur Verfügung stehenden Raum auf dem Display einnimmt, sondern ich muss zusätzlich noch Tante Erna so ins Bild bringen, dass sie auch erkennbar ist. Im einfachsten Fall steht Tante Erna soweit vom Haus weg (in meine Richtung), dass sie etwa so groß wirkt, wie das Haus hoch ist (also wieder formatfüllend - zumindest in der vertikalen). Ich kann mich natürlich auch dazu entschließen, dass ich nur ein Porträt von Tante Erna, mit dem Haus als Hintergrund fotografiere. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
In der Praxis

Die beiden "Frau vor Weihnachtsbaum"-Bilder sind völlig unterschiedlich, aber auch eine wesentlich weniger ins Auge stechende Anwendung des "formatfüllend"-Prinzips kann das Bild deutlich beeinflussen:
Eine Gruppe Jugendlicher in Panama, die spontan mit einfachsten Mitteln beginnt Musik zu machen.
Die Gruppe nimmt einen Großteil des Bildes ein, dennoch sind rechts und links unnötige Ränder, links stört zudem der Balken und insgesamt wirkt der Hintergrund recht unruhig (durch die Baumstämme und den Weg) Die Perspektive minimal geändert und einen Schritt näher ran, das Bild besteht nun praktisch nur noch aus den Musikern, der Hintergrund ist wesentlich ruhiger und abgesehen von der Leiter rechts (die man aber einfach nicht weg bekommt) ist nichts ablenkendes mehr im Bild
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