Wie üblich machen wir uns zunächst Gedanken über das Motiv... Wir gehen im Folgenden davon aus, dass nur der Mond fotografiert werden soll, eventuell mit ein paar Wolken. Es ist aber nicht das Ziel eine Aufnahme zu machen, bei der der Mond als schmückendes Beiwerk zu sehen ist, sondern der Mond alleine ist das Motiv. Nun ist Mond nicht gleich Mond.Will ich einen zu- oder abnehmenden Mond, oder den Vollmond fotografieren? Die große runde Vollmondkugel wirkt sicher besonders faszinierend, die spannenderen Bilder gibt es aber häufig, wenn der Mond nicht komplett, sondern irgendwo zwischen Halb- und Vollmond abgelichtet wird.
Nicht nur die Mondphase sondern natürlich auch die Witterung spielt für das Ergebnis eine entscheidende Rolle. Bei leicht bewölktem Himmel können spektakuläre Aufnahmen gelingen, Details - wie oben zu sehen - erfordern eine sehr klare Nacht - sehr kalte Winternächte sind häufig gut geeignet.
Steht der Mond relativ knapp über dem Horizont wird das Licht durch die Atmosphäre stärker gebrochen - er wirkt optisch größer (was von Vorteil sein kann, wenn man kein entsprechendes Tele-Objektiv besitzt), Details werden jedoch auch stärker verwaschen. Ein hoch am Himmel stehender Mond erscheint kleiner, dafür gibt es weniger Störungen.
Um - insbesondere bei längeren Belichtungszeiten - keine störenden Effekte durch die erleuchtete Stadt zu haben empfiehlt sich ein Standort irgendwo auf dem Land... muss aber nicht sein.
Kommen wir nun zum technischen Teil. Der Mond ist ziemlich weit weg... es ist daher in jedem Fall notwendig, mit einem guten Teleobjektiv bzw. optischem Zoom zu arbeiten, alles ab 300mm ist empfehlenswert. Die Kamera-Automatik wird mit dem Motiv sicherlich nicht gut zurecht kommen, daher sollte die Kamera eine manuelle Wahl von Belichtungszeit und Blende erlauben. Ein Stativ ist bei Nachtaufnahmen prinzipiell angeraten, der Mond kann aber erstaunlich hell sein, so dass häufig auch Fotos "aus der Hand" gelingen.Lange Brennweiten erfordern kurze Belichtungszeiten, um verwacklungsfrei zu bleiben. Eine Belichtungszeit von 1/500 Sekunde ist bei klarem Himmel ein guter Startwert, Entfernungseinstellung auf unendlich, Blende idealerweise im mittleren Bereich. Alles weitere ist dann Experimentieren.
Ich empfehle generell die Kamera auf die höchste Auflösung/Qualitätsstufe einzustellen - so auch hier. Auch mit einem Teleobjektiv wird der Mond nur einen Bruchteil des Bildes einnehmen, da schadet es nicht ein paar Megapixel mehr zu haben.
Als abschließende Bemerkung noch: Bei der letzten Mondfinsternis habe ich Leute beobachtet, die allen Ernstes die Kamera in die Luft gehalten haben und den Mond angeblitzt haben. Glaubt mir... das hilft auf diese Entfernung eher wenig...
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