Beginnen wir mit einem Blitz. Wahrscheinlich hast Du schon einen - wahrscheinlich einen Systemblitz passend zu deiner Kamera - und zumindest für den Anfang ist der auch ausreichend. Weiterlesen solltest du trotzdem, denn zum einen wird früher oder später der Wunsch nach einem zweiten, dritten oder vierten Blitz aufkommen, zum anderen sollte der Blitz ein paar Voraussetzungen erfüllen, was du auf jeden Fall überprüfen solltest bevor du loslegst.
Erste Voraussetzung sollte klar sein, wir sprechen von Aufsteckblitzen nicht von eingebauten Blitzen oder ähnlichem.
Die Zweite Voraussetzung ist, dass der Blitz einen manuellen Modus hat, bei dem man die Blitzleistung herab regeln kann (in der Regel sind die Stufen 1/2, 1/4 usw... bis zu 1/64 oder 1/128). Such die Anleitung zu deinem Blitz, wenn du dir nicht sicher bist oder dir gerade entfallen ist, wie das ging... Wir werden ausschließlich im manuellen Modus blitzen, die Einstellungen solltest du also blind beherrschen. Wer viel in der Wohnung blitzt wird selten mit mehr als 1/8 blitzen, weitere Abstufungen (1/16, …) sollten also möglich sein.Eine nicht unbedingt notwendige, aber durchaus empfehlenswerte Option ist, dass der Blitz neben manueller Steuerung der Blitzleistung auch einen sogenannten Zoomreflektor besitzt, mit dem sich der Leuchtwinkel einstellen lässt (typischerweise 24mm – 85mm oder ähnliches). Dies dient eigentlich dazu, den Blitz an die verwendete Brennweite anzupassen, kann aber auch genutzt werden, die Lichtquelle etwas größer oder kleiner zu machen (mehr dazu später).
Letztendlich eignen sich fast alle Aufsteckblitze, die manuell steuerbar sind. Systemblitze – in der Regel vom Kamerahersteller - können eigentlich viel zu viel und sind viel zu teuer um extra für das „Stroben“ angeschafft werden, können aber – wenn schon vorhanden – natürlich genutzt werden. Häufig tut's auch Mama's alter Blitz, den sie für ihre analoge Spiegelreflex im letzten Jahrtausend gekauft hat (in den meisten Fällen spielt nicht einmal der Hersteller eine Rolle, im manuellen Modus kann man auch einen Nikon-Blitz mit einer Canon-Kamera nutzen). Ist eine Neu-Anschaffung notwendig gibt es mittlerweile auch sehr preisgünstige Alternativen zu den etablierten Herstellern. Ich persönlich nutze den YN-560 und den YN 460 II des chinesischen Herstellers YongNuo. Der neuere 560er ist etwas leistungsstärker und besitzt einen Zoomreflektor, der 460er hat keinen Zoomreflektor und ist etwas hakeliger in der Bedienung, ist aber für unter 50€ zu haben.In der Strobisten Hardware FAQ gibt es eine ausführlichere Liste günstiger, geeigneter Blitzgeräte.
Da wir den Blitz nicht auf die Kamera montieren sondern „entfesselt“ blitzen, stellt sich die Frage, wie wir den Blitz auslösen. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten: Kabel sind nicht teuer, allerdings ist der Blitz dann eher angebunden als entfesselt. Optische Auslöser („Slave“-Blitz reagiert auf „Hauptblitz“) funktionieren nur, wenn „Sichtkontakt“ zwischen Master und Slave besteht, zudem ist der Master (also in der Regel der Kamerablitz) häufig eher störend. Bleibt noch die Funkauslösung: Die Kamerahersteller bieten hier sehr leistungsfähige – aber auch entsprechend teure Lösungen. Der Rolls Royce unter den Funkauslösern sind die Pocketwizards, alt-ehrwürdig, schon recht lange im Markt und im Großen und Ganzen zuverlässig, aber auch zu einem stolzen Preis. Auch hier treten wieder die Chinesen auf den Plan. Der Yongnuo RF-602 Funkauslöser ist preisgünstig und sehr zuverlässig. Der Auslöser wird auf den Blitzschuh der Kamera gesteckt und löst alle Empfänger in Reichweite aus.
Auch hier hilft die Strobisten-Hardware-FAQ weiter.
Die wichtigsten Dinge hast du nun zusammen, es gibt jedoch noch ein paar weitere Teile, die das Strobisten-Dasein sehr erleichtern.
Stellt sich zunächst die Frage: Wohin mit dem Blitz? Natürlich kann ich den Blitz auf Bücher-Regalen, dem Küchentisch usw... platzieren. Flexibler und sicherer steht er aber auf einem Lampenstativ, das im wesentlichen höhenverstellbar und einigermaßen stabil sein sollte. Auf das Lampenstativ wird eine sogenannte Blitz- und Schirmhalterung geschraubt. Auf den Halter wird dann der Blitz mit Standard-Blitzschuh montiert, zudem kann ein Schirm (dazu auch später) angebracht werden. Sehr populär ist der Phottix Varos.
Neben dem Lampenstativ gibt es auch noch andere Möglichkeiten den Blitz sicher zu befestigen. Insbesondere die superclamp wird gerne verwendet um Blitze an irgendwelchen Regalen oder ähnlichem zu befestigen.
Ein Stativ für die Kamera ist ebenfalls sehr hilfreich – unentbehrlich bei langen Belichtungszeiten, die es - wie wir lernen werden - auch mit Blitz geben kann. Es erleichtert das Leben aber auch ungemein, wenn die Kamera und damit der Bildausschnitt konstant bleiben, während ich mit Lichtstärke, -richtung, -winkel usw... experimentiere.
Schlussendlich ist ein ausreichender Vorrat an Akkus sehr empfehlenswert. Wir Blitzen viel, da lohnt sich die Investition im Vergleich zu Batterien sehr schnell. Blitz-geeignete Akkus gibt es eigentlich keine Auswahlmöglichkeit, lediglich die Sanyo eneloops bringen die notwendige Leistung konstant, bis sie irgendwann abrupt schlapp machen (bei gängigen no-name Akkus fällt die Leistung von Anfang an langsam ab – das reicht sehr bald nicht mehr zum Blitzen, obwohl die Akkus noch halb voll sind). Da lohnt sich dann auch ein Ladegerät, das die guten Akkus nicht grillt, wie z.B. das BC-700.
Damit haben wir jetzt alles zusammen und können loslegen.
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