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Homestudio - Ein Weinglas fotografieren

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Auf der Cocktailkarte von stylishen Bars oder in der Werbung für edle Weine sieht man häufig ein Glas Rotwein vor komplett schwarzem Hintergrund... Sieht sehr elegant aus und kann im Heimstudio recht einfach selbst gemacht werden. Da man den Wein nicht nur fotografieren sondern auch trinken kann, ein ganz besonderes Vergnügen.

 

Der Aufbau


Glas wird am Besten von hinten beleuchtet

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Für diese Übung ist eine Lichtquelle zunächst ausreichend. Es kommt der schwarze Hintergrundstoff zum Einsatz, der wie schon beim letzten Mal einfach an die Wand getackert und über den Tisch gelegt wird. In den allermeisten Fällen wird man Objekte schräg von vorne beleuchten um die Konturen hervorzuheben. Beim Fotografieren von Glas ist dies eher kontraproduktiv. Das Glas reflektiert das einfallende Licht und - bei Beleuchtung von vorne - würden wir überwiegend unsere Lichtquelle auf dem Glas reflektiert sehen. Der Trick ist, das Glas seitlich von hinten zu beleuchten. Direkt von hinten verbietet sich, da wir dann die Lichtquelle und nicht den schwarzen Stoff als Hintergrund hätten. Durch die Beleuchtung von hinten haben wir die Reflexion der Lichtquelle auf der der Kamera abgewandten Seite des Glases. Auf der der Kamera zugewandten Seite gibt es eine weitere Reflexion, die durch den Wein rot eingefärbt ist. Um alle ungewollten Reflexionen auszuschließen sollte der Raum vollkommen abgedunkelt sein.

Der Wein und das Glas


Mit Wasser verdünnter Wein leuchtet in einem sauberen Glas am besten

Ich habe mir für den Versuch ein schöne Flasche tief roten 2007er Chianti (ein hervorragender Jahrgang) geöffnet und schnell festgestellt, dass der Wein und seine Färbung überhaupt keine Rolle für das Foto spielt. Außer mit einer sehr sehr starken Lichtquelle wird man das gewünschte "Leuchten" des Weines nicht mit Rotwein erzielen. Traubensaftschorle (in meinem Fall etwa 1/3 Saft, 2/3 Leitungswasser) eignet sich da viel besser (natürlich könnte man auch den Wein mit Wasser verdünnen aber wäre ja schade). Welches Glas man verwendet spielt keine große Rolle, nur eines: Es muss so sauber sein, dass auch die Nachbarin nichts auszusetzen hat, also ordentlich polieren und dann höchste Vorsicht beim positionieren, sonst gibt es schnell einen Fettfinger im Bild.

Das Bild


Die Position der Lichtquelle in Bezug auf das Glas (und die Kamera) bestimmt die Größe der roten Reflexion

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Über die Positionierung des Glases in Bezug auf die Lichtquelle lässt sich die Größe der Reflexion steuern. Je steiler der Winkel, d.h. je weiter die Lichtquelle aus Sicht der Kamera hinter das Glas rückt, desto größer wird der rot reflektierte Bereich. Ein steilerer Winkel bedingt aber auch, dass die Entfernung zur Lichtquelle größer und der Leucht-Effekt dadurch schwächer wird. Eine Positionierung der Lichtquelle oberhalb des Glases führt zu einer Reflexion weiter unten und umgekehrt. Ich habe mich links dargestellten Bild für einen recht steilen Winkel (Glas nah am Tischrand und weit vom Hintergrund/Licht entfernt) entschieden. Lichtquelle, Kamera und Weinglas sind alle auf einer Ebene. An diesem ersten Schuss kann man mehrere Dinge erkennen: Das Glas ist nicht sauber, da muss nochmal das Poliertuch ran. Ich persönlich hätte gerne ein volleres Glas, auch kein Thema, Traubensaft haben wir genug. Größtes Problem ist allerdings, dass die Streben des Schirmes in der Reflexion zu sehen sind, was zwar ein interessanter Effekt ist, allerdings nicht das, was ich in dieser Situation haben möchte. Der Effekt lässt sich zwar durch Umpositionierung von Glas, Tisch und Lampe und Variation der Belichtungszeit und Blende verringern, ganz wegbekommen habe ich ihn allerdings nicht. In meiner Verzweiflung habe ich den Schirm abgeschraubt und ein paar Lagen Backpapier vor die Lampe gehalten, während ich per Fernauslöser gezündet habe... Das Ergebnis ist ganz oben zu sehen.Für das nächste Experiment mit Glas muss eine Softbox her...

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@strobist brillant. Thanks. Didn't go back that far in the archive



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