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Tipp Nr.14: Setze die Blende richtig ein

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Neben der Belichtungszeit ist die Blende der zweite entscheidende Parameter, der bestimmt wie viel Licht beim Fotografieren auf den Sensor bzw. Film fällt. Während die Blende die Dauer des Lichteinfalls bestimmt, steuert die Blende die Lichtmenge.

Über eine i.d.R. mechanische Konstruktion im Objektiv kann die Öffnung gesteuert werden durch die das Licht in die Kamera einfällt. Je größer diese Öffnung (je offener die Blende), desto mehr Licht fällt ein und desto heller wird das Bild tendenziell (was selbstverständlich durch eine kürzere Belichtungszeit ausgeglichen wird). Die Wahl der Blende dient jedoch auch - und insbesondere - zur Steuerung der Tiefenschärfe.


Tipp Nr.14: Setze die Blende richtig ein

Die Blende

Die Blende ist, wie gesagt ein mechanisches Element um "das Loch" durch das Licht in die Kamera fällt zu steuern.

Man spricht von einer großen Blende, wenn die Blende offen ist, d.h. viel Licht einfällt und einer kleinen oder geschlossenen Blende, wenn wenig Licht einfallen kann. Dies ist von links nach rechts im Folgenden schematisch dargestellt:

Die Größe der Blende wird mit Zahlen - meist mit einem vorangestellten "f" angegeben ("f" steht für "focal length"). Die möglichen Werte beginnen bei f1 und gehen - abhängig vom Objektiv - bis f22, f32 oder gar f45 (theoretisch auch noch höher). Bei den Blendenbezeichnungen macht man es sich etwas einfach, eigentlich handelt es sich nämlich um einen Bruch und müsste richtigerweise z.B. f/2 statt f2 heißen, oder anders ausgedrückt "Brennweite geteilt durch 2". d.h. die Blendenöffnung beträgt die Hälfte der Brennweite. Durch die Mit-Einbeziehung der Brennweite werden die Blendenzahlen vergleichbar, d.h. bei gleicher Blendenzahl fällt immer gleich viel Licht auf den Sensor, egal bei welchem Objektiv.

Wer in Mathe aufgepasst hat, hat es vielleicht schon gemerkt... Eine kleine Blendenzahl (um beim Beispiel zu bleiben) wie f2 bedeutet demnach eine große Blendenöffnung (denn sie ist ja die immerhin die Hälfte der Brennweite), eine große Blendenzahl bedeutet eine kleine Blende (die Öffnung beträgt bei f22 z.B. nur 1/22 der Brennweite).

Alles in allem vielleicht ein bisschen verwirrend. Als Zusammenfassung:


Eine kleine Blendenzahl wird als große oder offene Blende bezeichnet, es fällt viel Licht in die Kamera, daher ist tendenziell eine kurze Verschlusszeit notwendig)

oder umgekehrt:


Eine große Blendenzahl wird als kleine oder geschlossene Blende bezeichnet, es fällt wenig Licht in die Kamera, daher ist tendenziell eine lange Verschlusszeit zu verwenden)

Der kleinste Blendenwert (also die größte Öffnung), der bei einem Objektiv möglich ist wird als Lichtstärke des Objektivs bezeichnet und ist normalerweise auf dem Objektiv angegeben.

Auf Zoomobjektiven findet man häufig Bezeichnungen wie f2,8-4. Dies bedeutet, dass das Objektiv bei kurzer Brennweite (also nicht gezoomt) eine maximale Blendenöffnung von f2,8 erlaubt, bei maximalem Zoom nur noch eine Blende von 4.

Unter dem "Abblenden" versteht man im Übrigen das schließen der Blende.

Auswirkung der Blende

In erster Linie wird durch die Blende natürlich ein Ausgleich zu geänderten Belichtungszeiten geschaffen. D.h. wenn ich bei gleichen Licht-Bedingungen eine kürzere oder längere Belichtungszeit wählen möchte, muss ich dies durch eine kleinere oder größere Blende ausgleichen, um die selbe Lichtmenge auf den Sensor zu bekommen und eine Über- oder Unterbelichtung zu vermeiden.

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Darüber hinaus ist die Blende jedoch auch ein wichtiges gestalterisches Mittel, durch die Blende wird nämlich die Tiefenschärfe beeinflusst. Als Tiefenschärfe bezeichnet man den Entfernungs-Bereich eines Bildes, der als scharf empfunden wird. Es gibt Situationen, bei denen man es in der Regel bevorzugt einen möglichst weiten Bereich scharf darzustellen, z.B. Landschaftsfotografien, wo der nur wenige Meter entfernte Baum, ebenso wie die Berge im Hintergrund scharf sein sollten. In anderen Situationen - z.B. bei Portraits - ist es häufig wünschenswert, dass nur das Gesicht scharf dargestellt wird, der Hintergrund jedoch unscharf und verschwommen ist, um nicht vom eigentlichen Motiv abzulenken. Die Tiefenschärfe werden wir an anderer Stelle ausführlich behandeln, hier sei nur gesagt:


Je größer die Blende, d.h. je kleiner die Blendenzahl, desto geringer die Tiefenschärfe!

Eine letzte Auswirkung der Blende: Alle Objektive (sowohl eingebaute Objektive in Kompaktkameras als auch Profi-Spiegelreflexobjektive im Bereich von mehreren Tausend €) haben an den Rändern mehr oder weniger stark ausgeprägte Abbildungsschwächen (die sogenannte Vignettierung, d.h. die Ränder des Bildes sind dunkler). Durch das Abblenden um 1 oder 2 Stufen werden diese Schwächen eliminiert. Bei zu starkem Abblenden kann sich der Effekt jedoch wieder ins Gegenteil verkehren. Sogenannte Beugungseffekte aus der Mitte des Objektivs können das Bildergebnis ebenfalls verschlechtern.

Blende und Motivprogramme

Die günstigeren (und/oder kompakteren) Digitalkameras erlauben es nicht, die Blende direkt einzustellen. Motivprogramme sind aber mittlerweile Standard auch bei günstigen Modellen. Die Motivprogramme sind nichts anderes als Voreinstellungen von Belichtungszeit bzw. Blende für bestimmte Situationen.

Dies kann man nutzen. So gibt es in der Regel ein Motivprogramm für Landschaften, das dafür sorgt, dass eine möglichst große Tiefenschärfe erzielt wird. Umgekehrt werden Motivprogramme für Portraits versuchen eine möglichst offene Blende zu erreichen.

Auch hier gilt: Probieren, generelle Regeln sind aufgrund der Vielzahl und Unterschiedlichkeit der Motivporgramme nicht möglich.

 

 

 

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